EINE NEUE FARBE HÄLT EINZUG IM DIGITALDRUCK Grüne Materialien Auf Seite der Hersteller werden großteils enorme Anstrengungen unternommen um Energieauf wand Abfall und Emissionen zu reduzieren und damit auch schon am Beginn des Lebenszyk lus eines Produktes der ökologischen Nachhal tigkeit Rechnung zu tragen So konnten einige Herstellerwerke ihren Energie und Wasserver brauch drastisch reduzieren Neben diesen Optimierungen im Herstellungs prozess ist es aber auch vielen Herstellern gelungen im Bereich der klassischen Digital druckmedien ökologisch nachhaltige Produkte am Markt zu launchen So wurde von 3M eine PVC freie Folie die 3M Envision Print Film 48C gelauncht die als nachhaltige Alternative immer mehr Anklang am Markt fi ndet Unterneh men wie Verseidag Heywinkel oder Sioen erwei tern auch laufend ihre PVC freien Druckmedien Im Bereich der starren Druckmedien ist hier die SmartX Natura von Thyssen zu erwähnen Latexdruck Hier hat die Firma HP einen nachhaltigen Trend gesetzt Mit dem Ansatz End to End fl ießen As pekte der Nachhaltigkeit schon beim Design der Maschinen ein und ziehen sich von der Herstel lung der Maschine den Ersatzteilen bis hin zum Produktlebensende der Maschinen und Tinten Durch den Wegfall von bedenklichen Lösemit teln vermindern Latexdrucke die Belastungen und können auch in sensiblen Bereichen ver wendet werden GREEN PRINTING Hersteller von Druckmedien bringen laufend nachhaltige und zerti zierte Materialien auf den Markt die Maschi nenindustrie hat mit den Latexdruckern neue ökologi sche Maßstäbe gesetzt und die verarbeitenden Betriebe widmen sich mit größter An strengung den Themen Res sourcenoptimierung Abfall vermeidung und Recycling 8 November 2016 Große Digitaldruckunternehmen in Österreich wie die Plakativ Werbe technik oder die Bellutti Out of Home haben hier bereits den gesamten Maschinenpark auf nachhaltigen Latexdruck umgestellt Durch die Eigenschaften und die sehr hohe Qualität der Latexdrucke erschlie ßen sich hier vollkommen neue An wendungsmöglichkeiten vor allem Indoor und in geruchssensiblen An wendungen Schulen Krankenhäu ser Büros Ressourcenoptimierung Im dritten großen Bereich Energie Abfall Ressourcen sind zumeist relativ hohe Anfangsinvestitionen von Nöten welche sich aber im Lau fe der Zeit amortisieren Innovative Unternehmen gehen zum Beispiel im Bereich Materialverschnitt den Weg diese als Verpackungsmaterial zu verwenden oder nachhaltigem Recy cling zuzuführen Dazu zählt auch den Kunden zu beraten und bei ge wissen Produktionen über Endfor mate zu sprechen und aufzuzeigen dass z B ein paar Zentimeter weni ger Breite große Auswirkung auf Ver schnitt und Abfallmenge haben kön nen Hier ist auch zu erwähnen dass bei der Auftragsabwicklung verstärkt auf Vernetzung mit automatisierten Workfl ow Lösungen gesetzt wird um im täglichen Büroalltag Papier Tin ten und Ressourcenverbrauch zu verringern So haben Kunden mittler weile die Möglichkeit über Workfl ow und Automation Engines Aufträge zu platzieren und damit einen automati sierten Prozess der fast ohne Papier auskommt zu starten Da das Thema Nachhaltigkeit als Kreislauf gesehen werden muss sind auch hier Strategien der Nach nutzung entwickelt worden wie z B der Texyloop Verband der eine Recycling Methode für PVC Mate rialien entwickelt hat Beim Thema Nachnutzung von Produktionsres ten werden immer mehr Initiativen im Sinne des Upcyclings entwickelt wie die zu 100 Prozent nachhaltige Taschenkollektion von Verena Bel lutti Neben den Ansätzen bei Ma schine Material und Produktion in vestieren die Unternehmen auch im Bereich alternativer Treibstoffe und Energiequellen Großes Potential zur ressourcen und umweltschonenden Produktion liegen noch im Bereich der Materi alwirtschaft jedoch sind viele Un ternehmen hier im Spannungsfeld zwischen Ökologie und Ökonomie gefangen Denn die Materialwün sche werden immer individueller und die Produktionsvorlaufzeiten sowie die Lieferterminerwartungen der Kunden verkürzen sich diese reak tionsschnelle Flexibilität ist aber mit umweltschonenden Transportverfah ren schwer umsetzbar Bei schnell drehenden Standardar tikeln setzen daher viele Unterneh men auf lokale Bezugsquellen um damit Transportwege zu verkürzen Im Bereich Lager und Transport der Materialien ist die derzeitige Ent wicklung auch in Anbetracht der niedrigen Erdölkosten eher gegen läufi g so dass einige Lieferanten ihre Lageraktivitäten überregional gestalten was weitere Transportwe ge zur Folge hat Und nachdem in Europa immer noch vorwiegend mit LKW transportiert wird bedeutet das unweigerlich dass der Carbon Foot print schlechter wird Der ganzheitliche Ansatz des Green Printing umfasst ein breites Spek trum an Potentialen und es können alle Beteiligten zu nachhaltigen Produktionen beitragen Vom ener giesparenden Materialproduzenten über Transportoptimierungen bis hin zum Endkunden der bewusst auf diese Aspekte Wert legt Text Bernhard Hofer 2016 November 9

Vorschau GreenPrinter 2016-11 Seite 9
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